Laut offiziellen Statistiken nimmt die Korruption in allen Ländern der Welt seit Jahren zu. In Asien gehört sie für die Menschen zum Alltag und wird von ihnen nicht einmal als Korruption angesehen. Für sie ist es ein normales Geschäftsgebaren. Ob bei der Polizei, oder auf anderen Behörden ist es üblich Tea- oder Coffee Money zu verlangen, wenn die Bearbeitung zügig erfolgen soll. Wir nennen es Korruption, in Asien ärgern sich nur wenige darüber.
Korruption war in den Philippinen schon immer ein heikles Thema. Deshalb verwundert es, dass ausgerechnet von den Filipinos weniger Bestechungsgelder an Angestellte des öffentlichen Dienstes gezahlt werden. Dies brachte eine Umfrage des National Statistic Office an das Tageslicht. Bleibt die Frage offen, wie repräsentativ und in welcher Form die Umfrage durchgeführt wurde. Korruption wird totgeschwiegen, aus Angst es könnten Schritte gegen eine Beschwerde unternommen werden. Angeblich zahlt nur noch einer von zehn Filipinos, um eine Vergünstigung durch Bestechungsgeld zu erreichen. 90 Prozent der Befragten gaben an, sie wären auch ohne Zahlung zu ihrer Zufriedenheit abgefertigt worden. Im Jahr 2010 zahlten noch 16 Prozent der Bevölkerung ” Schmiergelder.” Die Zahlen sind folglich leicht rückläufig.
Es ist aber anzunehmen, dass viele der Befragten aus Angst oder Respekt vor der Obrigkeit nicht ganz die Wahrheit sagten und dadurch das Ergebnis der Umfrage verfälschten. Selbst an den Schulen sind die Lehrer in die Korruption involviert. Sie lassen sich extra bezahlen, um die Schüler durch das Examen zu bringen. Der befragende Ombudsmann hingegen sagte, es würden weniger Bestechungsgelder gezahlt, weil die Leistungen der Behörden sich verbessert hätten. Ferner sei die Toleranz der Bevölkerung gegenüber der Korruption gesunken. Aus reiner Gewohnheit bieten die Filipinos, wie auch die Menschen in Thailand, das Bestechungsgeld freiwillig an. Sie kennen es nicht anders. Von Region zu Region ist das Verhalten bei der Forderung von Bestechungsgeldern unterschiedlich. In der Hauptstadt Manila werden nach wie vor die meisten Forderungen gestellt. Die wenigsten Fälle von Korruption werden von den Betroffenen zur Anzeige gebracht.